Donnerstag, 18. März 2010
Argentina...
Es passt zwar jetzt zeitlich nicht, aber ich habe den Beircht seid fast 3 Monaten auf m. Rechner und wollte ihn irgendwann noch vervollständigen...aber ikch machs ja doch nicht...also stell ich ihn jetzt einfach so online...
Also nachdem ich in Uruguay war bin ich nach Argentinien gereist.Das war im Januar(wow,dass ist schon wieder voll lange her)....danach wieder zurück nach Santiago...

ich habe mir gerade meinen letzten Bericht durchgelesen und bestuerzt fest stellen muessen, dass verdammt viele Fehler sich eingeschlichen haben, abgesehen von meinen teilweise sehr unpassend formulierten Saetzen…aber naja…ich bitte um euer verstaendniss….ich merke, dass mein Deutsch stueck fuer stueck schlechter wird…wow, wie schnell das geht…Was ich mittlerweile fuer Saetze formuliere…da greift man sich echt an den Kopf…ganz gut ist es in meinem Reisetagebuch nachzuvollziehen…je laenger ich hier bin, desto schlechter wurden die Saetze…
o.k. so viel dazu…aber dafuer wird mein Spanisch wirklich immer besser und ich werde von allen Seiten gelobt wie gut mein Spanisch doch schon ist. Das motiviert mich unheimlich. Ja, gerade habe ich wieder Energie gesammelt, um weiterhin Spanisch zu lernen. Vor 2 Wochen war ich mal wieder an so einem Punkt, an dem ich mir echt dachte, das wird doch nie was. Ich moechte endlich sagen koennen was ich will ohne gross drueber nach zu denken. es ist echt verdammt anstrengend. Mittlerweile bin ich 5 Monate hier und irgendwann nervt es einfach tierisch, wenn man nicht alles verstehen oder sagen kann. Besonders hat es mich in Argentinien geaergert. Argentinien ist ein Staat mit unheimlich viel Kultur und Geschichte. Besonders im norden von Argentinien gibt es immer noch Indigene Bevoelkerung oder Nachfahren versch. Indianerstaemme…dementsprechend auch extreme viele untersch. Riten, Traditionen, Religionen…Es war sehr interessant, aber ich konnte eben nicht all zu viel lernen, weil auf Grund meiner bisherigen Sprachkenntnisse einfach Grenzen gesetzt sind. Und das hat mich wirklich oft geaergert.
Also,wie in m. letzten Bericht geschrieben, bin ich dann nach Cordoba und von dort aus weiter gen norden bis an die bolivianische Grenze gereist. Ich weiss nicht warum, aber ich hatte waehrend meines gesamten Aufenthalts in Argentinien immer eine innere Unruhe in mir. Vielleicht lag es auch einfach an den Orten und den Leuten. Mein erster Eindruck den ich in Buenos Aires gewonnen hatte, dass Argentinien total chaotisch ist, hat sich im laufe meiner Reise durch den Norden nur bestaetigt. Es gibt fuer alles irgendwelche Systeme, aber die sind fuer mich einfach nicht zu begreifen. Zum Bispiel kann ich es ueberhaupt nicht verstehen, wenn ich 2 Stunden anstehen muss, um mir ein Ticket fuer den Bus zu kaufen! Aber das ist eben fuer alle ganz normal. Sie sind des gewohnt zu warten. Aber das ist ja auch selbstverstaendlich, dass 2 Mitarbeiter der Buskompanie 200 Leute bedienen…mmm…naja…deshalb wurde es mir unheimlich erschwaert, spontan und flexible zu reisen. Ich musste dann z. B. oefter schon 2 Tage vorher wissen, wann ich wo hinfahren moechte, nur weil es nicht moeglich ist, kurzfristig ein Busticket zu kaufen. Ich schildere eine lustige Situation die mich unheimlich zum lachen gebracht hat: Ich war ein einem kleinen Dorf “Tafi del Valle”. Auch wenn es mittlerweile sehr touristisch ist, wirklich sehr schoen. Der erste Ort, in dem man dann des oefteren auf Indigene Bevoelkerung stoesst…( also sie haben dunklere Haut und reiten mit ihren Pferden und einem Sonnenhut auf dem Kopf durch das Dorf…mich haben sie rein vom aeuseren sehr an Bolivianer erinnert ( so wie ich mir Bolivianer vorstelle…aber keine Ahnung, ich war nicht in Bolivien…)
Naja und da es nur ein kleines Dorf ist, habe ich mir gedacht, dass es schon kein Problem darstellen wird, wenn ich mein Ticket einfach eine Stunde vorher kaufe( denn wie gesagt, ich hatte nie einen Plan…dementsprechend wusste ich auch nicht, wann ich abreisen werde) ja, als ich dann ca. 2 stunden vorher am Schalter an kam und eine rießen große Horde von Menschen mich begruesst, die alle ein Busticket kaufen wollte, habe ich mich das erste mal gefreut. Das schoene ist, dass es auf dem Busbahnhof auch kein Platz gibt. Dass heisst, ein Teil der Leute wartet um ein Busticket zu kaufen und die restlichen Leute hatten schon das Glueck im Besitz eines Fahrscheins zu sein, und warten auf den Bus. Da aber niemand weiss, auf welchem Terminal der Bus los faehrt, sind alle damit beschaeftigt, die Terminals panisch ab zu laufen , um dann den richtigen Bus zu erwischen. Ja, und so ist es eine Rangelei und Schubserei ohne Ende. Als ich nach 1 Stunde endlich mit dem Verkaeufer sprechen konnte, sagt er mir doch tatsaechlich, dass er mir gerade kein Ticket verkaufen kann. (warum habe ich nicht richtig verstanden). “kommen sie bitte in einer halben Stunde nochmal wieder”. Wie um Gottes Willen soll ich bitte in einer halben Stunde nochmal wiederkommen, wenn ich mich in der Schlange von neuem anstelle und 1 stunde warten muss…naja, aber ich habe ja kein Zeitdruck und habe mir gedacht, dass wird sich schon alles finden. Also bin ich zum Hostel, habe meinen Rucksack geholt und war dann 15 min. bevor der Bus abfuhr am Terminal. Tja, wie kann ich jetzt bitte ein Ticket kaufen und vor allem, gibt es ueberhaupt noch Fahrkarten fuer den Bus den ich nehmen wollte. So saß ich eine Zeitlang neben der Schlange und ueberlegt, wie ich das den jetzt am Besten anstellen koennte, weil ich wusste, wenn ich irgendjemanden fragen wuerde, der in der naehe vom Schalter steht, ob er mir ein Ticket kaufen kann, wuerden sich alle drum herum stehenden beschwaeren( den sie wissen ja nicht, dass ich vorher schon mal eine Stunde angestanden habe), abgesehen davon, hatte ich mich zu dem Zeitpunkt schon davon ueberzeugt, dass die Argentinier nicht gerade sehr hilfsbereit sind. Gluecklicherweise habe ich dann den Mann entdeckt, der zuvor in der Schlange hinter mir stand und immer noch damit beschaeftigt war, sein Ticket zu kaufen. Ihn habe ich den ganzen Vorfall erklaert und er konnte es dann irgendwie einrichten, dass ich dann tatsaechlich mein Fahrschein kaufen konnte. Wow…man fuehlt sich danach schon um einiges erleichtert…ABER man darf sich nicht zu sehr von den Gluecksgefuehlen mitreisen lassen, den man sitzt ja noch nicht im Bus. So habe ich weitere 45 min. gewartet, den der Bus kommt dann an und faehrt dann los, wenn einer der Busfahrer Lust dazu hat… also mit Verspaetungen ist immer zu rechnen .Nachdem ich 15 min. auf einem Bus der vor mir stand gestarrt habe, und dachte, dass er nicht in meine Richtung faehrt , habe ich eine Minute bevor er abfuhr per Zufall erfahren, dass dieser Bus auch an dem Ort haelt, wo ich hin wolllte. Ich haette es doch tatsaechlich fast geschafft, den Bus zu verpassen! Aber Ende gut , alles gut… Erleichtert konnte ich mich dann im Bus zurueck lehnen und die Fahrt genießen.

Je weiter man in den Norden kommt, desto karger wird die Landschaft…vereinzelte Straeucher und rießen große Kaktaeen. Es ist sehr trocken und eine wahnsinnige Hitze. Ab und zu sah ich in mitten der Berglandschaft kleine Ruinen, die doch tatsächlich noch bewohnt wurden. Ich frage mich, wie die Menschen dort leben. Es gibt kein Wasser, sie können kein Obst oder Gemüse anbauen. Einige leben vom Tourismus. Von Cafayate aus, gab es organisierte Bustouren zu den Quebrada de las conchas. Dort gibt es einige die an den Busstoppstellen Schmuck oder traditionelles Essen verkaufen.
In Catamarca und Tucuman habe ich bei Couchsurfern geschlafen. Es verwundert mich immer wieder, wie jung die Leute doch aussehen und sich verhalten. Ich war eigentlich waehrend meiner gesamten Reise groesstenteils mit Leuten zusammen die ca. 30 Jahre oder aelter waren. Aber es ist nicht ein Funke von Altersunterschied zu spueren. Sie lachen, feiern( gehen auch in Diskotheken) und tanzen. Sehr schoen. In Tucuman und Cafayate habe ich extreme viele Leute kennengelernt, die alle in irgendeiner Form Kunst betrieben haben. Die Wohnungen sind total individuell, mit Gemaelden oder Holzskulpturen verziert, die sie selbst hergestellt haben. Ein anderer hat Comics gezeichnet. Sie gute Comics. Sie befassen sich mit der Argentinischen Politik, sind sehr gesellschaftskritisch. Viele spielen Gitarre oder irgendwelche anderen Instrumente, die ich noch nie zu vor in meinem Leben gesehen habe. Und so sitzt man Abend gemuetlich zusammen, trommelt, singt und spielt Gitarre. Aber anders als in Uruguay. Im Norden von Argentinien ist die Musik viel ruhiger. Ich habe 2 Musikrichtungen, die sehr populaer im Norden sind, kennengelernt. Sie heissen “Zamba” und “Cuarteto”. Es war sehr schoen, aber nach einer Weile habe ich mich dann doch nach etwas lebhafterer, schnelleren und heiteren Musik gesehnt. Cafayate war ein sehr schoener Ort. Im Zentrum gab es einen Park und jeden Abend haben sich dort die Leute angesammelt und Musik gespielt. Es beginnt mit einer Gruppe von zum Beispiel 2 Mann, die sich einfach auf die Wiese setzten und ein bisschen Gitarre spielen. Stueck fuer Steuck sammeln sich immer mehr Leute an und lauschen gespannt den Klaengen. Sie beginnen mit zu singen oder zu tanzen.

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